Geschichte

Seit den 1890er Jahren werden im Grenzgebiet von Hessen und Thüringen entlang der Werra hochwertige Düngesalze bergmännisch gewonnen. Aus der Produktion fallen Salzlösungen als Abfall an, von denen ein Teil bereits seit etwa 100 Jahren in die Werra entsorgt wird. Bereits im Jahr 1912 wurde das Trinkwasser der Stadt Bremen gefährdet. Dies führte dazu, dass 1913 erste Grenzwerte für Chlorid und die Gesamthärte festgelegt wurden. Im Jahr 1942 wurde erstmals ein Grenzwert von 2.500 mg/l Chlorid am Pegel Gerstungen diskutiert und 1943 bestätigt. Der Grenzwert für die Gesamthärte wurde 1998/1999 auf den zur Zeit gültigen Wert von 90° deutscher Härte festgelegt. Seit 2000 wird der historische Grenzwert von 2.500 mg/l Chlorid weitestgehend eingehalten.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der zeitlich begrenzten wasserrechtlichen Genehmigungen hat sich die hessische Landespolitik der Problematik angenommen.

Der Antrag der Fraktionen der CDU, der SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP im Hessischen Landtag "Versalzung der Werra nachhaltig verringern" (Drucksache 16/7536 vom 02. 07. 2007) forderte die Hessische Landesregierung zur Bildung eines  "Runden Tisches" auf. Vertreter des Unternehmens K + S,  Umweltverbände, Behörden der betroffenen Bundesländer sowie der Anrainerkommunen an Werra und Weser sollen Strategien und einen verbindlichen Zeitplan zur Verringerung der Salzbelastung in der Werra erarbeiten und deren Umsetzung begleiten. Gleichgewichtig gilt es, die Kali-Arbeitsplätze in der Region zu sichern.

Der Landtag des Freistaates Thüringen schloss sich dem Vorhaben mit Beschluss (Drucksache 4/3452 vom 11. Oktober 2007) an. Unterstützung kam vom nordrhein-westfälischen Landtag mit Beschluss vom 24. September 2008 (Drucksache 14/5125).