Vorschläge aus der Öffentlichkeit

In dieser Rubrik finden sich Anregungen, Anfragen und Vorschläge von interessierten Personen aus der Öffentlichkeit wieder. In den grau hinterlegten Feldern finden Sie die  Anfragen und Vorschläge, jeweils darunter eine Antwort, die von der Leitung des Runden Tisches - ggf. unter Zuhilfenahme von Fachpersonen - formuliert wurde.

08.06.2009 Telefonische Anfrage von
Herrn Rudolph:
Herr Rudolph schlägt vor, das Salzwasser durch eine Chlorella-Alge reinigen und entsalzen zu lassen.


Stellungnahme der Leitung des Runden Tischs
Es wurden bereits verschiedene Untersuchungen zum Einsatz von Mikro- und Makroalgen zur Reduktion des Salzgehaltes in Salzwässern durchgeführt. Bisherige Ergebnisse zeigten, dass die Salzaufnahmeraten der Algen zu gering sind, um einen bedeutsamen Beitrag zur Abwasserentsalzung und somit zur Verbesserung der Gewässerqualität von Werra und Weser zu liefern. 

26.06.2009 per Mail von
Herrn Lippenoo:
Weshalb nimmt man die Salzmengen nicht und verteilt sie z.B. vor Grönland, wo durch das stetige Abschmelzen der Gletscher eine "Versüssung" des Salzwassers droht mit all den problematischen Folgen. Damit würde der Salzgehalt des Meeres (und die Absinkvorgänge) sicherlich besser erhalten bleiben und die riesigen Salzberge im Land wären abgebaut. Die gleiche Lösung könnte ich mir auch für die Ostsee vorstellen, hier gibt es ja ebenfalls das Problem mit dem stetig zunehmenden Süsswasser. Auch hier könnte das Ökosystem durch das Zuführen von Salzrückständen besser erhalten bleiben.

Mit freundlichen Grüßen
Olaf Lippenoo


Stellungnahme der Leitung des Runden Tisches

Die Idee, das Salz an einem Punkt zu entsorgen, wo es keine ökologischen Schäden verursacht oder sogar einen entsprechenden Nutzen mit sich bringt, wurde verschiedentlich geäußert. Daneben, dass eine sorgfältige Prüfung der ökologischen Auswirkungen vorangehen muss - so reagiert z.B. das Ökosystem der Ostsee aufgrund seiner Eigenschaften sehr empfindlich auf anthropogene Eingriffe und stellt demzufolge keine geeignete Entsorgungsmöglichkeit für das Salz dar - wären die Kosten, neben den ökologischen Auswirkungen, für den Transport der riesigen Salzmengen bis nach Grönland zu hoch. 

12.06.2009 und Antwort vom 17.08.2009 per Mail von
Herrn Darmochwal:
Herr Darmochwal hat Hinweise zu den Vorträgen zur "Entwicklung der diffusen Einträge nach Einstellung der Versenkung und Einleitung von Salzabwasser" des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie am Runden Tisch formuliert. Diese und seine Antwort auf die Reaktion des Runden Tisches sind in zwei PDF-Dokumenten in der rechten Spalte zusammengefasst.

Stellungnahme der Leitung des Runden Tisches:
Die Leitung des Runden Tisches hat in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Vertretern des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie eine Antwort auf die Anmerkungen von Herrn Darmochwal formuliert (s. PDF rechte Spalte).

13.11.2009 per e-mail Anschreiben von
Herr Thomas J. Reinhardt:
Herr Reinhardt schlägt vor, die Pipeline zur Nordsee direkt im Flussbett zu verlegen und weist in seinem Anschreiben auf verschiedene Vorteile hin. Sein Anschreiben sowie eine Dokumentation weiterer Details können in der Spalte rechts als PDF heruntergeladen werden.

Stellungnahme der Leitung des Runden Tisches:
Der Vorschlag, die Pipeline direkt im Flussbett zu verlegen, wurde bereits mit den Gutachtern des Runden Tisches diskutiert. Dabei gelangte man zu der Einschätzung, dass die in einem natürlichen Gewässer verlegte Leitung wegen der erheblichen Beeinträchtigungen von schützenswerten Gebieten (Naturschutz, Auen, FFH-Gebiete etc.) per se ein vergleichsweise großes Konfliktpotential habe. Daneben würde man durch die Zwangspunkte in Werra und Weser, die durch eine Verlegung im Flussbett geschaffen würden, eine eigendynamische Gewässerentwicklung - auch für die Zukunft - noch weiter einschränken.
Weitere Aspekte, die gegen eine Verlegung im Flussbett sprechen: das Prinzip der Trassenbündelung könnte nicht verfolgt werden, es ist eine längere Strecke zu überwinden (größere Leitungslänge), Belange der Verkehrssicherheit sind zu beachten.

Für die erste Phase der Machbarkeitsstudie über die Verwirklichung einer Fernleitung zur Nordsee sollten die Gutachter des Runden Tisches die zunächst - unter verschiedenen Gesichtspunkten - am geeignetsten erscheinenden Trassen zur Ableitung des Salzabwassers ermitteln, um die grundsätzliche Machbarkeit einer Fernleitung beurteilen zu können. Eine darüber hinausgehende Variantenprüfung mit einer Abwägung aller Vor- und Nachteile verschiedener Trassenvarianten ist nunmehr dem Folgeprozess zu überantworten.